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TechnoFlachs - Formteile aus Leinenstroh

 

Die Technologie

Das Technoflachs-Verfahren basiert auf einer patentierten Technologie der Verarbeitung von Leinstroh in Verbindung mit thermoplastischer bzw. duromerer Matrix zur Herstellung von Strukturbauteilen.

Das Verfahren verbindet landwirtschaftliche Verfahrensschritte der Ernte von Lein mit induistriellen Prozessen  der Fertigung von Vliesstoffhalbzeugen bis zur Herstellung von Formbauteilen. Focus der Entwicklung ist auf die Herstellung von Pkw-Interieurteilen gerichtet.

Leinstroh wird unter Vermeidung des Einsatzes von kostenintensiver Flachsspezialtechnik zur Reifezeit geerntet und auf dem Feld definiert konfektioniert. Die zu Ballen gepressten Stängel werden unter Beibehaltung der Holzanteile auf Standardvliesanlagen zu Vliesstoffen verarbeitet.

Entsprechend duromerem bzw. thermoplastischem Verarbeitungsverfahren lassen sich unter Verwendung von TechnoFlachs-Matten Pkw-Formteile herstellen.

Langjährige Entwicklungsarbeit des TechnoFlachs-Verfahrens hat die Praxistauglichkeit ensprechend den Anforderungen der Automobilindustrie bewiesen. Bei einer industriellen Umsetzung ist das Verfahren den bauteilspezifischen Anforderungen anzupassen.

 

Die Innovation

Die gegenwärtige Marktkonstellation für vliesfähige Bastfasern war der Anstoß für die Entwicklung der TechnoFlachs-Technologie. Im Mittelpunkt der Entwicklung stand ein Verfahren, welches die folgenden Anforderungen erfüllt:

  • regionale Produktion von Naturfasern und damit Sicherstellung von mittel- bis langfristiger Faserverfügbarkeiten und stabiler Rohstoffpreise 
  • Anpassung der Faserrohstoffe an die gängigen Anforderungen der Automobilzulieferindustrie

          Biege-E-Modul    (3000 . . .  6000 Mpa)

          Biegefestigkeit    (40 . . . 70 Mpa)

          Schlagzähigkeit   (20 . . . 25 KJ/m²)

  • Produktion und Verarbeitung ist auf Serienanlagen möglich - Umsetzung ohne zusätzliche Investitionen
  • Vermeidung thermoplastischen des Einsatzes von Spezialerntetechnik in der Landwirtschaft, im Speziellen Erhaltung der hohen Schlagkraft auf dem Feld bei geringen Erntekosten
  • Verringerung des Witterungsrisikos beim Landwirt durch starke Reduzierung der Feldliegezeit
  • Verwendung von bekannten Matrixharzen wie Epoxyd-Polyurethanharz, Polyesterharz bzw. thermoplastische Schmelzfasern wie Polypropylen
  • Fogging-Werte deutlich unter den zugelassenen Grenzwerten 
  • Kostenreduzierung in der Kette bis zu 30 %
  • keine stationäre Aufbereitung als Zwischenschritt zwischen Ernte und Vlieslegung notwendig

 

Der Hintergrund

Bastfasern wie Flachs, Hanf und Kenaf haben sich in der europäischen Automobilindustrie zur Herstellung von Pkw-Interieur bewährt und werden verstärkt nachgefragt. Offen bleibt die Frage der mittelfristigen Verfügbarkeit und Preisstabilität.

Flachswergfasern zur Verwendung in der Vliesstoffproduktion sind das Nebenprodukt aus textiler Langfaserproduktion und werden in Europa in Frankreich, Belgien und Weißrussland produziert. Der überwiegende Teil der textilen Garnproduktion aus Flachs kommt aus China und Indien.

Hanffasern sind weitgehend frei von Marktbeeinflussungen anderer verarbeitenden Faserbranchen, da die Fasern direkt aus der Ganzpflanze für technische Anwendungen im Vliesstoffbereich eingesetzt werden. Hier stehen sie aber teilweise in direkter Konkurrenz zum Flachswerg. Um den Marktpreis für Hanffasern realisieren zu können, sind Hanffaserproduzenten darauf angewiesen, auch andere Pflanzenteile zu vermarkten. Diese Koppelnutzung kann wirtschaftlich interessant sein und ist bioökonomisch zu begrüßen. Unterschiedlich anfallende Mengen an Pflanzenteilen bzw. nachgefragten Produkten birgt die Gefahr branchenfremder Abhängigkeiten.

Kenaffasern werden vorrangig aus Bangladesh und Indien importiert. Marktentwicklungen in diesen Ländern sind mittel- bis langfristig schwer abschätzbar. Fakt ist, dass die textile Nutzung von Kenaf aber auch Jute marktbestimmend und damit preisbestimmend ist.

Technoflachs bietet durch das einfache kostengünstige Ernteverfahren, die Verwendung aller Stängelbestandteile und die fehlende Abhängigkeit der Vermarktung anderer Pflanzenbestandteile wie Leinsamen wirtschaftliche und strategische Vorteile. Konkurrenzfähige regionale Produktion des Faserstrohs ermöglicht es der verarbeitenden Industrie, direkten Einfluss auf die Qualität und Liefersicherheit des Rohstoffes zu nehmen.